Sprüche über das Leben
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Geschichte macht aus uns unverständigen Neulingen in der Welt tausendjährige Weise.
— August Pauly
Es ist ein gesegneter Augenblick, in welchem der Mensch seine eigene Dummheit begreift.
— August Pauly
Die Menschen haben viele Götter erfunden und werden dies auch weiterhin tun, aber keinen, den sie nicht glaubten hinterhergehen zu können.
— August Pauly
Wenn der Verstand seine Rechnung abgeschlossen hat, setzt Empfindung die großen Zahlen ein, die er übersehen hat.
— August Pauly
Unser ganzes Leben hindurch zieht die Erde an uns, als wollte sie uns Flüchtlinge wieder haben, und endlich bekommt sie uns auch.
— August Pauly
Wenn plötzlich in der Menschheit Vernunft einkehrte, so würde in allen ihren Dingen die größte Revolution eintreten, welche sie je gesehen hätte.
— August Pauly
Die Menge ist ein dummes Tier, auf dessen Rücken sich jeder schlaue Glücksritter schwingen kann und trägt sie ihn einmal, so bringt ihn keiner mehr herunter als die Zeit. Diese aber sicher.
— August Pauly
Delinquenten des Lebens, die wir sind, von denen keiner eine Begnadigung zu erhoffen hat, bitten wir nun um eine schmerzlose Hinrichtung.
— August Pauly
Gleicht das Leben nicht einem Akrobaten, der auf einer rollenden Kugel läuft, sich mit Kunst lange oben hält, aber endlich doch herunter muss aus Müdigkeit?
— August Pauly
Der moderne Mensch hat seine Körperoberfläche so sehr vergessen, dass ihm seine Kleider besser gefallen, als seine Haut.
— August Pauly
Im Blick kommt die Seele ans Fenster.
— August Pauly
Das Leben mäßigt uns immer, mäßigt uns so lange, bis wir als stille Leute mit idealen Leichengesichtern bedürfnislos in unseren Särgen liegen.
— August Pauly
Das Leben ist eine Erscheinung, welche an sich selbst ermüdet. Es lässt sich nur erhalten durch Unterbrechung. Es muss immer umgegossen werden in neue Individuen.
— August Pauly
Wenn einem ein Licht aufgesteckt werden soll, muss er schon ein Fünkchen davon haben.
— August Pauly
Altwerden ist nur steigende Müdigkeit vor dem Schlafengehen
— Theresa Keiter
Vor der zwingenden Macht einer menschheitserzieherischen Aufgabe, sind persönliche Schmerzen und Entbehrungen unbedeutend und nichtig.
— Theresa Keiter
Alle Ordnung ist für den einzelnen Freiheitsbeschränkung.
— Friedrich Paulsen
Dunkel und verhüllt sind die Endzwecke des Schicksals und doch befördern wir täglich durch unser Tun und Denken – wenn auch scheinbar das Gegenteil – den geheimen Gang desselben.
— Heinrich Martin
Wahrheit behauptet stets und überall ihre Unbeschränktheit. Sie wird zur Verbrecherin, wenn sie sich zur Sklavin der Menschen machen lässt.
— Heinrich Martin
Tugend schärft nur ihre Kraft, wenn sie schweigend schafft.
— Heinrich Martin