Sprüche über das Leben
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So war der Mensch zu allen Zeiten, so ist er jung, so bleibt er alt; Heiß ist er gegen Kleinigkeiten, und gegen große Dinge kalt.
— Magnus Gottfried Lichtwer
Nur wer im Wohlstand lebt, schimpft auf ihn.
— Ludwig Marcuse
Nichts ist dem Menschen schwerer zu tragen als eine Last von guten Tagen.
— Wilhelm Müller
Eine vollkommene Ordnung wäre der Ruin allen Fortschritts und Vergnügens.
— Robert Musil
Was ist des Menschen Leben? Ein Schwanken hierhin - dorthin - von Sorge zu Sorge. Ein Loch stopft man zu, - ein anderes ist gleich wieder da.
— Laurence Sterne
Eines Schatten Traum sind Menschen.
— Pindar
Trachte nicht nach dem ewigen Leben, sondern schöpfe das Mögliche aus!
— Pindar
Das Alter wägt und misst es, die Jugend spricht: So ist es.
— August von Platen
Die Bekanntschaft mit einem einzigen guten Buch kann ein Leben ändern.
Etwas ist nicht recht, weil es Gesetz ist, sondern es muss Gesetz sein, weil es recht ist.
— Charles-Louis de Montesquieu
Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das Feuer machen kann, und das hat ihm die Herrschaft über die Welt gegeben.
— Antoine de Rivarol
Die Erinnerung begnügt sich mit Teppichen, aber die Phantasie umgibt sich mit Gobelinbehängen.
— Antoine de Rivarol
Die Vernunft besteht aus Wahrheiten, die man sagen, und aus solchen, die man verschweigen muss.
— Antoine de Rivarol
Völlige Sicherheit, stets geheiligtes Eigentum eines jeden über seine Person und sein Vermögen, darin besteht die wahre soziale Freiheit.
— Antoine de Rivarol
Demokratie ist die Kunst, sich an die Stelle des Volkes zu setzen und ihm feierlich in seinem Namen, aber zum Vorteil einiger guter Hirten die Wolle abzuscheren.
— Romain Rolland
Die leere Form ist nicht Schönheit, sie ist das Gewand der Schönheit.
— Romain Rolland
Wer die Zeit nur wie eine Ware betrachtet, die rationell und gewinnbringend einzusetzen ist, wird ihre besten Seiten niemals kennen lernen.
— Rainer Haak
Der Mensch gleicht einer Münze, Freund! Ist er von gutem Korn, und scheint dir echt sein Schlag und ist noch scharf sein Rand, dann reich ihm unverweilt die Hand. Griff aber schon die Welt zu seh …
— Aloys Blumauer
Es ist vielleicht die größte Tragödie des Alters, dass die Vorzüge der Jugend - Leichtsinn, Beweglichkeit, Liebesbereitschaft - beim alten Mann komisch wirken.
— Alexander Roda Roda
Ein Tor, der kein Wort sagt, unterscheidet sich nicht von einem Gelehrten, der still ist.
— Jean-Baptiste Molière