Sprüche über Vergänglichkeit
493 Sprüche — Seite 18
Wohltaten, still und rein gegeben, sind Tote, die im Grabe leben, sind Blumen, die im Sturm bestehn, sind Sternlein, die nicht untergehn.
— Matthias Claudius
Es wachsen Glaube und Unschuld nur am Baume der Kindheit noch; jedoch sie währen nicht.
— Dante Alighieri
Ein kleiner Ring begrenzt unser Leben, und viele Geschlechter reihen sich dauernd an ihres Daseins unendliche Kette.
— Johann Wolfgang von Goethe
Der Tag geht vorüber, das Leben flieht dahin, und doch freut der Narr sich auf den Feiertag.
Macht ist eine Leiter mit angesägten Sprossen.
— Philip Chesterfield
Je länger das Leben dauert, desto kürzer wird es.
Liebe ist wie Suppe: der erste Löffel ist heiß, die folgenden werden immer kälter.
Jedes Ding kann nur von einer äußeren Ursache zerstört werden.
— Baruch de Spinoza
Mit Kindern vergehen die Jahre wie im Flug. Doch Augenblicke werden zu Ewigkeiten.
Die Genußsucht frißt alles auf, am liebsten aber das Glück.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Für das kurze Menschenleben ist die Freundschaft viel zu schön. Ewigkeiten muss es geben, wo sich Freunde wiedersehn.
Kannst du eigentlich ermessen, welch ein guter Freund du mir? Solltest du das je vergessen, wär das gar nicht nett von dir!
Ich wundere mich oft darüber, wie leichtfertig man um Zeit bittet und sie anderen gewährt. Es ist gleichsam, als wenn um ein Nichts gebeten würde.
— Seneca
Applaus, Freunde, die Komödie ist vorbei
— Ludwig van Beethoven
Nichts wird so oft unwiederbringlich versäumt, wie eine Gelegenheit, die sich täglich bietet.
Es liegt in diesem Vergänglichkeitsgedanken, der wohl jeden in der letzten Jahresstunde erfasst, etwas Ungeheueres, wovor unsere Seele erschrickt.
— Theodor Storm
An verblendeter Mutterliebe sind mehr Menschen zugrunde gegangen als an der gefährlichsten Kinderkrankheit.
— Otto von Leixner
Und scheint die Sonne noch so schön, am Ende muss sie untergehn.
— Christian Johann Heinrich Heine
Am kürzesten dauern die süßesten Freuden, am schnellsten verschwinden die glücklichen Zeiten.
— Carl Gottlob Cramer
Mond und Jahre vergehen, und sind immer vorhanden. Aber ein schöner Moment leuchtet das ganze Leben hindurch.
— Franz Grillparzer