Sprüche und Zitate von Johann Wolfgang von Goethe
339 Zitate — Seite 17
Elender ist nichts als der behagliche Mensch ohne Arbeit, das Schönste der Gaben wird ihm Ekel.
Alles, was uns begegnet, läßt Spuren zurück, alles trägt unmerklich zu unserer Bildung bei; doch ist es gefährlich, sich davon Rechenschaft geben zu wollen.
Es kommt darauf an, dass sich ein Kapital bildet, was nie ausgeht.
Es ist ein großer Unterschied, ob ich lese zu Genuss und Belebung oder zur Erkenntnis und Belehrung.
Eigentlich lernen wir nur von Büchern, die wir nicht beurteilen können. Der Autor eines Buches, das wir beurteilen können, müsste von uns lernen.
Man lese ein Buch, und lasse es auf sich einwirken, gebe sich dieser Einwirkung hin, so wird man zum richtigen Urteil darüber kommen.
Was glänzt, ist für den Augenblick geboren, das Echte bleibt der Nachwelt unverloren.
Das Gleiche läßt uns in Ruhe, aber der Widerspruch ist es, der uns produktiv macht.
Ich singe, wie der Vogel singt, der in den Zweigen wohnet. Das Lied, das aus der Kehle dringt, ist Lohn, der reichlich lohnet.
Die Konsequenz der Natur tröstet schön über die Inkonsequenz der Menschen.
Dem Hunde, wenn er gut gezogen, wird selbst ein weiser Mann gewogen
Gebraucht die Zeit, sie geht so schnell von hinnen, doch Ordnung lehrt euch Zeit gewinnen.
Wie weit die kleine Kerze Schimmer wirft! So scheint die gute Tat in arger Welt
Jedermann beklagt sich über die äußerste Teurung und fährt doch fort, Geld auszugeben und den Luxus zu vermehren, über den er sich beschwert.
Schon verloschen sind die Stunden, hingeschwunden Schmerz und Glück; fühl es vor: Du wirst gesunden! Traue neuem Tagesblick!
Es ist nichts reizender, als eine Mutter zu sehen mit einem Kinde auf dem Arme, und nichts ehrenwürdiger, als eine Mutter unter vielen Kindern.
Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert, denn er ist der Repräsentant einer ganzen Ewigkeit
Die Gebirge sind stumme Meister und schaffen schweigsame Schüler
Die Natur ist das einzige Buch, das auf allen Blättern grossen Gehalt bietet.