Allgemein Sprüche
374 Sprüche — Seite 9
Ein Traum, ein Traum ist unser Leben auf Erden hier. Wie Schatten auf den Wogen schweben und schwinden wir. Und messen unsere trägen Tritte nach Raum und Zeit, und sind (und wissen's nicht) in Mitt …
— Johann Gottfried Herder
Was du gelernt in jungen Tagen, wird dir im Alter Früchte tragen.
Begräbt im Schnee der Winterwind die Straßen weit und breit, nie wird der Weg, o liebes Kind, zum Glück dir sein verschneit.
Französisch ist ein Unterricht, bei dem man durch die Nase spricht: but if you now speak through your nose, bist du noch lange kein Franzos!
Heut sind du und ich noch Kind, doch die Zeit eilt so geschwind. Eh wir beide uns versehen, werden wir am Krückstock gehen.
Das Schicksal ist ein Wirbelwind, ein armes Blatt das Menschenkind. Er treibt's zu Tal, er hebt's zum Hügel - das Blättchen rühmt sich seiner Flügel!
— Hieronymus Lorm
Wer sich behaglich fühlt zuhaus, der rennt nicht in die Welt hinaus.
— Friedrich Rückert
Gehorchst du stur der Obrigkeit, bekommst du keine Beulen; es gibt auch ohne Tränengas bestimmt genug zum Heulen.
Willst du dich in dem Glück nicht ausgelassen freun, im Unglück nicht unmäßig kränken, so lern so klug wie Eulenspiegel sein: im Unglück gern ans Glück, im Glück ans Unglück denken.
— Christian Fürchtegott Gellert
Der Kritiker hat immer Recht, unfehlbar wie der Kletterspecht: Die Eiche trotzt dem stärksten Sturm, der Specht entdeckt in ihr den Wurm.
— Richard Fedor Leopold Dehmel
Jeder nach seinem Sinn wählt seiner Freuden Ort: der Rosenkäfer hier, und der Mistkäfer dort.
— Friedrich Rückert
Tröste dich, die Stunden eilen, und was all dich drücken mag, auch die schlimmste kann nicht weilen und es kommt ein neuer Tag. In dem ewigen Kommen, Schwinden wie der Schmerz liegt auch das Glück …
— Theodor Fontane
Wenn du den steilen Berg ersteigst, wirst du beträchtlich ächzen, doch wenn du den hohen Gipfel erreichst, hörst du die Adler krächzen.
— Christian Johann Heinrich Heine
Wenn Gift und Galle die Welt dir deut, und du möchtest das Herz dir gesund bewahren: Mach andern Freude! Du wirst erfahren, dass Freude freut.
— Friedrich Vischer
Bleibe nicht am Boden haften, frisch gewagt und frisch heraus, Kopf und Arm mit heiteren Kräften überall sind sie zu Haus. Wo wir uns der Sonne freuen, sind wir jede Sorge los, dass wir uns in ihr …
— Johann Wolfgang von Goethe
Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr.
Freud und Leid sind Reiseleute, ziehen immer aus und ein; doch will dieses immer länger, jene kürzer bei uns sein.
— Friedrich von Logau
So zärtlich wie ein Trampeltier, so eiskalt wie der Mond, unschuldig wie der schwarze Teufel, der in der Hölle wohnt. So temperamentvoll wie die Schnecke und störrisch wie ein Vieh, so eingebild …
Das Glück, kein Reiter wird's erjagen; es ist nicht dort, es ist nicht hier: Lern überwinden, lern entsagen, und ungeahnt erblüht es dir.
— Theodor Fontane
Ich rate dir, zeig, wie du bist, indem du Menschen, die du triffst, ein Lächeln schenkst auf ihren Wegen, es kehrt zurück und schenkt dir Segen