Sprüche über Unglück
256 Sprüche — Seite 13
Unsere Entsagung macht uns fast immer unglücklich, und den nicht glücklich, dem das Opfer gebracht wird. Entsagte man nicht, so käme am Ende nicht zwei Leiden, sondern ein Glück und ein Unglück zust …
— Fanny Lewald
Bei einem jähen, plötzlichen Schlag bricht der Mensch zusammen, aber es gibt eine stille Art von Unglück, die sich einschleicht, wie ein ungebetener, lästiger Gast, von dem man täglich hofft, er werde …
— Wilhelmine von Hillern
Das Glück hat ein großes Gefolge, das Unglück kaum einen Gefährten.
— Theresa Keiter
Wer Schadenfreude bei des Nächsten Unglück zeigt, der hat den Gipfelpunkt der Schlechtigkeit erreicht.
— Heinrich Martin
Nur Unglück, welches plötzlich an uns heran tritt, fordert uns heraus, zu zeigen, ob wir klein oder groß sind.
— Heinrich Martin
Unglück ist eine sinnbildliche Bezeichnung und wird von Jedem anders aufgefasst und empfunden.
— Heinrich Martin
Kein Baumgipfel ist so hoch, dass sich dort nicht ein Rabe ein Nest bauen und zu uns herabkrächzen könnte. So auch das Unglück: wo ist seine letzte Etage?
— Heinrich Martin
Das Unglück bricht manche Menschen, lässt andere aber Rekorde brechen.
— Sir Adolphus William Ward
Nicht im Wirklichen und Greifbaren spielt sich das entscheidende Leben der Menschen ab, das Tiefste, woran der Sterbliche seine Seele bindet, ist Traum: So werden Glück und Unglück zu bloßen Namen.
— Jakob Wassermann
Alle Lebewesen erscheinen mir gleich unglücklich, vom Engel bis zur Auster. Das Übel ist, geboren zu sein.
— Marie de Vichy-Chamrond (M. du Deffand)
Wer Pech hat, den beisst der Hund auch, wenn er ein Kamel reitet.
Wer Pech hat, ersäuft auch in der Pfütze
Der Pechvogel stirbt sogar an einem Grießbrei.
Das eingetretene Übel hat immer eine freundlichere Gestalt als das entfernte.
— Friedrich von Matthisson
Wer nicht heiratet, wird nie so glücklich, als er wünscht, aber auch nie so unglücklich, als er fürchtet.
— Friedrich Wilhelm Kaulisch
Es gibt auch Menschen, die sich bei einem dreifachen Schädelbruch noch keine edlen Teile verletzten.
— Friedrich Wilhelm Kaulisch