Sprüche über Zwang
51 Sprüche — Seite 2
Durch Gewalt läßt sich niemand für die Tugend begeistern.
— Rahel Varnhagen von Ense
Das Leben mäßigt uns immer, mäßigt uns so lange, bis wir als stille Leute mit idealen Leichengesichtern bedürfnislos in unseren Särgen liegen.
— August Pauly
Mangel an Geld schmiedet uns fest an die Erde, man bekommt die Flügel beschnitten, man merkt es nicht, weil die Schere ganz vorsichtig täglich nur eine Ahnung abschneidet.
— Paula Modersohn-Becker
Niemand ist vollkommen frei, da man auch ein Sklave seiner Unabhängigkeit ist.
— Alfred Capus
Legen wir unserer Begabung keine Zwang auf; das Ergebnis würde immer nur plump ausfallen.
— August Lafontaine
Jedes Volk, das in Knechtschaft liegt, hat an den Netzen, die es umfangen, selber mitgestrickt.
— August Pauly
Wahrheit behauptet stets und überall ihre Unbeschränktheit. Sie wird zur Verbrecherin, wenn sie sich zur Sklavin der Menschen machen lässt.
— Heinrich Martin
Alle Ordnung ist für den einzelnen Freiheitsbeschränkung.
— Friedrich Paulsen
Gleicht das Leben nicht einem Akrobaten, der auf einer rollenden Kugel läuft, sich mit Kunst lange oben hält, aber endlich doch herunter muss aus Müdigkeit?
— August Pauly
Es gibt Menschen, deren Gegenwart wir wie eine geistige Zwangsjacke ertragen.
— Theresa Keiter
Der Mensch ist entweder Opfer seines Schicksals oder Meister seiner Bestimmung
— Herbert Spencer
Die Frösche gehen dem Bache zu, legt man sie schon an Ketten.
Wer Lieb erzwingt, wo keine ist, der bleibt ein Narr zu aller Frist.
Lieb und Gesang kennt keinen Zwang.
Lieben und Singen läßt sich nicht zwingen.
Lieben und beten läßt sich nicht nöten.
Gezwungene Ehe - des Herzens Wehe.
Pferde lassen sich zum Wasser bringen, aber nicht zum trinken zwingen.
Williges Pferd soll man nicht sporen.
Eine Seele ohne Zwang ist auch ohne Laster.
— Peter Hille