Sprüche über Wirklichkeit
433 Sprüche — Seite 7
Es gibt keine reine Wahrheit, aber ebensowenig einen reinen Irrtum.
— Christian Friedrich Hebbel
Die Liebe ist blind, das ist die gemeine Rede, aber ist sie nicht im Gegenteil allein sehend?
— Friedrich Schleiermacher
Wissenschaft besteht aus Fakten wie ein Haus aus Backsteinen, aber eine Anhäufung von Fakten ist genausowenig Wissenschaft wie ein Stapel Backsteine ein Haus ist.
— Henri Poincaré
Mit zunehmendem Alter achte ich weniger darauf, was die Leute sagen. Ich sehe mir einfach an, was sie tun.
— Andrew Carnegie
Alles, was lediglich wahrscheinlich ist, ist wahrscheinlich falsch.
— René Descartes
Man sollte beständig die Wirkung der Zeit und die Wandelbarkeit der Dinge vor Augen haben und daher bei allem, was jetzt stattfindet, sofort das Gegenteil imaginieren.
— Arthur Schopenhauer
Es gibt Leute, die den Schuljungen verlachen und ihn leichtfertig und oberflächlich nennen. Dabei war es ein Schuljunge, der gesagt hat: 'Glaube ist, wenn man was glaubt und weiß, es ist nicht so'.
— Mark Twain
Ohne den Staub, worin er aufleuchtet, wäre der Sonnenstrahl nicht sichtbar
— André Gide
Konkret ist alles, was man sehen und anfassen kann. Mädchen sind meist nicht konkret: Kann man sie sehen, so kann man sie nicht anfassen, und kann man sie anfassen, so kann man sie nicht sehen.
— Otto Erich Hartleben
Der Utopist sieht das Paradies, der Realist das Paradies plus Schlange
— Christian Friedrich Hebbel
Wenn der Papagei auch gut spricht, bleibt er doch ein Vogel.
Wir sollten weder im Zorn zurückschauen, noch furchtsam nach vorn, sondern mit offenen Augen umherblicken.
— James Thurber
Erdachtes mag zu denken geben, doch nur Erlebtes wird beleben.
— Paul Johann Ludwig von Heyse
Die Erfindung der Gesetze der Zahlen ist aufgrund des ursprünglich schon herrschenden Irrtums gemacht, dass es mehrere gleiche Dinge gebe, aber tatsächlich gibt es nichts Gleiches.
— Friedrich Nietzsche
Der Verkehr mit den großen Geistern der Vergangenheit durch ihre Bücher ist einer der edelsten Genüsse. Wir leben mit ihnen wie mit Freunden, wir bewundern und lieben sie, als wenn sie leibhaftig un …
— Gustav Freytag
Es gäbe keine Geselligkeit, alle Familienbande würden gelockert, wenn die Gedanken der Menschen auf ihrer Stirn zu lesen wären.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Um überhaupt etwas zu sehen, muss man den Sand aus den Augen kriegen, den die Gegenwart ständig hineinstreut.
— Hugo von Hofmannsthal
Reißt den Menschen aus seinen Verhältnissen, und was er dann ist, nur das ist er.
— Johann Gottfried Seume
Sehr viele und vielleicht die meisten Menschen müssen, um etwas zu finden, erst wissen, dass etwas da ist.
— Georg Christoph Lichtenberg
Überhaupt hat der Fortschritt an sich, dass er viel größer ausschaut, als er wirklich ist.
— Johann Nepomuk Nestroy