Sprüche und Zitate von Otto Weiss
116 Zitate — Seite 4
Unter den Moralisten, die uns alle Wege zum Glück zeigen gibt es tief unglückliche.
Leidenschaft ist konsequenter als Vernunft.
Stiller Wunsch vieler Männer: "Wollte meine Frau mich nur, wenigstens zeitweise, als Fremden behandeln!"
Der Ruhm ist ein brennender Ofen: man muss ihn immer wieder heizen, soll er nicht kalt werden
Sehr scharf wird da und dort das Strebertum verurteilt, zumal von Strebern.
Der Ton der Überlegenheit muss oft sie selbst ersetzen.
Kunst, die nicht dem Leben entspringt, ist Künstelei.
Gewisse Wünsche darf man vor jedem aussprechen, nur nicht vor dem, der sie erfüllen könnte.
Im Streit, da kommt mancher immer wieder auf das zurück, wovon er durchaus nicht sprechen wollte.
Entsetzt erkennt mancher Künstler eines Tages sein verfehltes Leben: Statt wohlhabend, ist er berühmt geworden.
Gegenliebe zu finden, das ist ein Glück, bei dem man viel Pech haben kann!
Durch besondere Protektion erhielt schon mancher eine überaus günstige Gelegenheit, sich öffentlich zu blamieren.
Dank fordern für längst erwiesene Dienste? Erpressung!
Oft ist bei Konflikten der eine Teil formell im Recht, der andere bloß tatsächlich.
So nahe ist man gelegentlich daran, etwas Vernünftiges zu tun! Aber man überlegt reiflich, und unterläßt es.
Manchmal – so wird von uns verlangt – sollen wir aus der Ärmlichkeit des Gebotenen eine möglichst reiche Auswahl treffen.
Von den allerbesten Literaturwerken ist die Mehrzahl berühmt, die Minderzahl bekannt.
Wer hätt' es nicht schon auf der Straße gesehn, wie eine Frau einem Mann, der hinter ihr ging, langsam nachlief!
Solche, die sich niemand aufdrängen, nennt man nicht etwa bescheiden, sondern hochmütig.
Mehr Schriftsteller, als man glaubt, müssen das schreiben, was Frau und Kinder ihnen in die Feder diktieren.